Schwimmbad-Blackout

Als Schwimmbad-Blackout wird ein Bewusstseinsverlust bezeichnet, der relativ plötzlich und ohne Vorwarnung unter Wasser während Apnoe-Tauchgängen auftreten kann. Ein Bewusstseinsverlust unter Wasser lässt den betroffenen Taucher zwangsläufig absinken. Wird dieser nun nicht schnellstmöglich geborgen und an die Wasseroberfläche zurückgebracht, besteht die Gefahr zu ertrinken. Denn kommt es zum Einatemreflex, während sich der Kopf des bewusstlosen Tauchers unter Wasser befindet, führt dieser Atemzug zwangsweise zum Einatmen von Wasser. Wird diese lebensbedrohliche Situation nicht rechtzeitig von dem Sicherungstaucher oder dem verantwortlichen Übungsleiter erkannt, kommt es zu einer folgenschweren Aspiration von Wasser in die Lunge. Es besteht dann Lebensgefahr.

Deshalb beachte auch für jedes Schwimmbadtraining die Faustregel: Tauche nie allein und beherzige bei jedem Apnoetauchgang das Buddysystem!!!

Denn das Buddysystem ermöglicht die ständige Beobachtung des Apnoetauchers und dadurch ein Erkennen und rechtzeitiges Eingreifen bei einem Blackout ( siehe auch VDST Sicherheitsregeln für das Apnoetauchen).

Doch was ist die Ursache eines Schwimmbad-Blackout?

Die Antwort liegt simpel in einer Verzögerung des Atemreizes. Ausgelöst wird unser Atemreiz durch eine Stimulation des Atemzentrums, das in der Medulla oblongata im Gehirn liegt. Stimulierender Faktor dabei ist der Kohlenstoffdioxid – Partialdruck im arteriellen Blut. Erreicht dieser nämlich einen bestimmten Wert, so wird das Atemzentrum stimuliert, dadurch der Atemreiz aktiviert und ein Atemzug hervorgerufen. Dieser Atemzug wiederum erzielt eine lebensnotwendige Aufnahme von Sauerstoff in den Körper und eine ebenso lebenswichtige Abgabe von Kohlenstoffdioxid aus dem Körper über die Lunge.

Unsere Atmung wird also hauptsächlich durch den Kohlenstoffdioxidspiegel in unserem Blut geregelt, um so eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers (Hypoxie) zu vermeiden. Dabei wächst im Normalfall der Kohlenstoffdioxid – Partialdruck von ca. 53 mbar auf etwa 80 mbar kontinuierlich an. Ab diesem Wert wird der Atemreiz als so intensiv empfunden, dass er den Apnoetaucher lange vor Erreichen einer Bewusstlosigkeit zum Auftauchen und Atmen zwingt. Ein Atemzug wird also durch den einsetzenden Atemreiz vom Körper regelrecht erzwungen, wobei der Atemreiz niemals abtrainiert, jedoch verzögert werden kann.

Wird nämlich vor dem Apnoetauchgang fälschlicherweise hyperventiliert, d.h. bewusst mehrmals tief und schnell ein- und ausgeatmet, obwohl kein erhöhter Atmungsbedarf ( wie z.B. nach körperlicher Anstrengung) besteht, wird vermehrt Kohlenstoffdioxid abgeatmet. Dadurch kann der Kohlenstoffdioxid-Partialdruck bis auf 20mbar herabgesetzt werden (Hypokapnie), ohne dass dabei mehr Sauerstoff aufgenommen wird. Denn die Sauerstoffaufnahme wird durch eine Hyperventilation kaum gesteigert. Allerdings bewirkt der nun erniedrigte Kohlenstoffdioxidwert eine Verzögerung des Atemreizes und folglich eine mögliche Sauerstoffunterversorgung des Gehirn. Infolgedessen besteht jetzt die erhöhte Gefahr eines Blackouts unter Wasser bevor der Atemreiz den Apnoetaucher überhaupt zum Auftauchen zwingt.

Deswegen beherzige unbedingt: keine Hyperventilation vor dem Abtauchen!!!

Allerdings besteht auch trotz vermiedener Hyperventilation die Gefahr ein Schwimmbad – Blackout zu erleiden. Denn durch gezieltes Training kann der Atemreiz vom Apnoetaucher soweit unterdrückt werden, dass der erzwungene Atemzug verspätet eintritt und es so zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kommt. Die Folge ist dann bekanntlich ein Schwimmbad – Blackout.

Also sei zum Abschluss nochmals auf die Wichtigkeit eines gut eingespielten Buddyteams zur Erhöhung der Tauchsicherheit hingewiesen!

Anne Friedrich-Clasen